Das Kreuz und die besseren Helden
michael_o_brien_sm.jpg (hli.at / LifeSiteNews.com) Der Kampf gegen die Kultur des Todes wird gewonnen, wenn wir das Kreuz Christi umarmen. So Michael O’Brien, berühmter kanadischer Autor und bildender Künstler, der im deutschsprachigen Raum durch sein Buch Father Elijah bekannt wurde.

Wir alle träumen von Schlachten, in denen wir die siegreichen Helden sind. Helden mit  Macht, Waffen, Superhirn und Durchschlagskraft. Aber die Kämpfe, um die es geht, die Kämpfe, die wirklich zählen, werden anders gewonnen. Und das heißt, auch der Kampf im Lebensschutz wird anders gewonnen – mit geistlichen Waffen.

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Michael O’Brien, weltberühmter kanadischer Bestsellerautor, stellt dies in einem Gespräch mit Mitarbeitern von LifeSiteNews unmißverständlich klar. Wenn wir bereit sind, die Armen und Verachteten der Welt zu werden, und zugleich bereit, den Antrieben des Heiligen Geistes zu folgen, dann, so O’Brien, sind wir auf der Gewinnerseite. „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen“, so schreibt Paulus im ersten Brief an die Korinther. In O’Briens Worten: „Die lange Geschichte der Erlösung ist voller entscheidender Scheitelpunkte, in denen unser Herr die Schwachen, die Kleinen, die Nichtse dieser Welt benutzt – uns. Der Herr weiß, daß die letzte Schlacht gegen Satan ausschließlich gewonnen werden kann, wenn wir in Ihm sind, wenn wir radikal in Christus leben.“   

Es sei eine natürliche Reaktion, so O’Brien weiter, die Kräfte und Talente zu bündeln, wenn man sich auf dem Schlachtfeld befindet. „Instinktiv sammeln wir unsere Waffen – unsere Intelligenz, unser Geld, unsere Organisationsfähigkeiten – … um aktiv Widerstand zu leisten, um Organisationen zu bilden, um gesellschaftliche Änderungen zu bewirken.“ Doch das alles sei nicht genug. Es gehe nicht um Gründungen. Es gehe nicht um Organisationen. Das sei nie ausreichend. Damit gewinne man nie diesen Krieg gegen das Leben. Notwendig sei, sich mit Christus am Kreuz zu vereinen. Das bedeute: Auch wir werden gedemütigt werden, öffentlich, genauso wie Er. „Auch über dich wird man Lügen verbreiten, falsche Darstellungen, man wird dich fälschlich beschuldigen, bisweilen auch zu deiner eigenen Beschämung korrekt beurteilen. Doch dies: auf dem Schlachtfeld entblößt dazustehen, ein armer Wicht zu sein, schwach, menschlich gesehen machtlos – das ist für uns die Probe aufs Exempel.“

O’Brien ergänzt, daß gerade aufgrund der Intensität der Schlacht, welche die Pro-Life-Bewegung kämpft, man leichthin die spirituelle Natur der Angelegenheit aus dem Blick verlieren kann. „Wir können Aktivisten werden, bloße Aktivisten, und darüber die Vereinigung mit Jesus Christus einbüßen, welcher der Krieger ist, der allein diesen Krieg gewinnen wird.“

Diese Vereinigung mit Christus mag selbst die Bereitschaft zum Martyrium notwendig machen. „Manche von uns werden vielleicht eines Tages ihr Blut vergießen; wir wissen es nicht. Einige von uns vergießen ihr Blut sicherlich in einer Art weißen Martyriums … Wir wissen nicht, ob zu unseren Lebzeiten die große Verfolgung einsetzen wird, doch hat die jetzige Zeit – was den Anschlag auf das Leben betrifft – ein nie dagewesenes Ausmaß und  eine präzedenzlose Beschaffenheit.“

Die moderne Welt habe ein großes Bedürfnis nach Heldentum, „doch reicht es nicht, ein Held zu sein. Wir müssen Helden sein, die die Heiligkeit leben. Das bedeutet, noch einmal, wir müssen den Kreuzweg jeden Tag unseres Lebens gehen, und damit einverstanden sein, die Geringen und Verachteten der Welt zu sein. Der Herr wünscht sich Heilige. Nie war der Einsatz höher. In der gesamten Geschichte der Menschheit war der Einsatz nie höher. Leben und Tod hängen nicht einfach an der Politik unserer westlichen Nationen, sie hängen vielmehr an dir und mir, und wir haben tief in unserem Seelengrund die Anregungen des Heiligen Geistes wahrzunehmen.“

(Quelle: Lifesitenews.com )