Der Marsch für’s Leben und die dämonische Abtreibungsreligion
march_life_dc_small.jpg(hli.at/hli.org) 31. Jänner 2008. Jedes Jahr findet in Washington zum 22. Jänner der berühmte March for Life statt. 100.000 Amerikaner gehen auf die Straße und geben den Ungeborenen ihre Stimme. Und die Abtreibungsindustrie? Sie huldigt gleichzeitig dem Tod. - Von P. Thomas Euteneuer, Präsident von Human Life International

Es versteht sich von selbst, daß der alljährliche Marsch für’s Leben eines der erstaunlichsten und am meisten Einheit schaffenden Ereignisse innerhalb der Lebensschutzbewegung ist. 100.000 Pro-Lifer kamen am 22. Jänner 2008 in unserer Bundeshauptstadt zusammen – mehr als die Hälfte von ihnen war unter 25 – und brachten zum Ausdruck, daß das Gemetzel an den unschuldigen Kindern nie und nimmer als ein permanentes Recht in unserem Land anerkannt werden wird. Abtreibungsbefürworter dürften reichlich Mühe haben, der Welt weiszumachen, daß sie über 35 Jahre hin eine solche riesige öffentliche Bewegung zu ihren Gunsten auf die Beine stellen konnten. Ich kann nur sagen: „Bravo!“ zu all den Teilnehmern – zumal zu den Kindern - , die große Opfer auf sich nahmen, um mit uns diese Woche in Washington zu verbringen.

march_life_dc.jpgEs versteht sich ebenso von selbst, daß die mickrigen Götzen in den Medien sich arg ins Zeug legten, um das kolossale Ereignis zu ignorieren und zu verschleiern. Als Heath Ledger, Star eines homosexuellen Propagandafilms, zwei Nächte vor dem Lebensmarsch an einer Drogen-Überdosis starb, lieferte dies dem hedonistischen Medienbetrieb den perfekten Vorwand, anhaltend über ihre amoralische Agenda wehzuklagen und mit den Zähnen zu knirschen und so abzulenken von der Berichterstattung über das Lebensschutzereignis. Ich will für die unsterbliche Seele von Mr. Ledger beten; zugleich jedoch ist sein Tod ein eindrücklicher Gegensatz zum Marsch für’s Leben. Der Star des Films Brokeback Mountain war bei seinem Ableben erst 28 Jahre alt. Sein Masseur entdeckte den Leichnam an besagtem Morgen. Ein Schnappschuß des Erwachsenenlebens von Mr. Ledger würde in etwa so aussehen: Hollywoodgeglitzer, Geld, Ansehen, Zusammenleben mit der Freundin, ein außereheliches Kind, Aktivist eines amoralischen Lebensstils, Drogenüberdosis und darauf Tod im blutjungen Alter. Es ist eine wirkliche Tragödie, doch die Kultur des Hedonismus und des Todes wurde an diesem Tag in Washington dramatisch ausgespielt gegen die Kultur des Lebens.

Um nicht von dem gottlosen Medienbetrieb übertrumpft zu werden, veranstaltete Planned Parenthood[1] in Schenectady im Staate New York sein höchsteigenes absurdes Drama. Ein neues, 18.000 qm großes Tötungsgelände wurde an diesem Tag eingeweiht, und drei Mitglieder des „Abtreibungsklerus“ waren extra angereist, um das Ganze abzusegnen. Was ich immer schon sagte, nämlich, daß die Abtreibung eine dämonische Religion ist, war auf einem Bildschirm in New York zu sehen, während wir am Marsch für das Leben in Washington teilnahmen. Zwei „Pastoren“ einer „reformierten“ Kirche reisten an, um die Segnung zu vollziehen – ihre Sicht von „Reform“ ist offensichtlich eine andere als die unsrige. Der Pastor nutzte die Gelegenheit, um stolz den drei Dutzend Verehrern des goldenen Abtreibungskalbes eine neue Doktrin zu verkünden: das Recht auf Privatsphäre sei von Gott gestiftet, so ließ er verlauten (…) Der absurdeste Aspekt der ganzen „Segnungszeremonie“ war jedoch, als der Pastor der Schenectady’s Emmanuel-Friedens Church, Larry Phillips, die ganze Abtreibungsgemeinde nach draußen leitete, um dort auf Ziegelsteine und Mörtel die Hände aufzulegen und zu erklären, daß dieses Tötungszentrum „geheiligter Boden“ sei.  Schluck. Die Hierarchie (Planned Parenthood), die Altardiener (Klinikangestellte), die Gemeinde (Unterstützer) und die Geistlichkeit waren an diesem Tag alle im Abtreibungstempel versammelt, um dem Götzen der Abtreibung zu huldigen. Und die Dämonen hatten ihren Spaß daran.

birth_day.jpgIm Epheserbrief erinnert uns der hl. Paulus daran, daß unser Kampf nicht gegen Fleisch und Blut geht, „sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt“ (6,12). Die Finsternis weitet sich aus, aber das Licht Christi leuchtet hell auf in all diesen wunderbaren Kindern und ihren Eltern und zeigt der Welt, daß letztendlich das Leben den Sieg davonträgt: „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt“ (Joh 1,5). 

(Aus dem Amerikanischen, leicht gekürzte Fassung)

(Plakat-Motto: Hat nicht jeder einen Geburtstag verdient?)

 

 [1] Planned Parenthood ist das mächtigste internationale Abtreibungsnetzwerk, das aggressiv Verhütung, Sterilisation und Abtreibung propagiert. Pro familia ist der deutsche Ableger der International Planned Parenthood Federation (IPPF).