Fruchtwasser-Untersuchung und Fehlgeburten: 160 gesunde Kinder, die sterben müssen

syringe_and_needle.jpgDie Fruchtwasseruntersuchung, im medizinischen Jargon Amniozentese genannt, gehört mittlerweile zum gängigen Repertoire der Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangerschaft. Aber die gängige Praxis heißt noch lange nicht, daß sie auch die beste ist. Ein Bericht von Hilary White.

 

Auf 50 ermittelte Fälle von Downsyndrom durch Amniozentese kommen 160 Sterbefälle ganz gesunder Babies

(24.08.2007 hli.at / LifeSiteNews.com) – Die Risiken der Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung / Fruchtwasserpunktion) für ungeborene Kinder sind seit langem bekannt. Eine neue Analyse eines britischen Arztes hat nun jedoch aufgezeigt, daß die Tests, die angewandt werden einzig zum Zweck, um Kinder mit Downsyndrom und anderen genetischen Abnormalitäten ausfindig zu machen und zu zerstören, zugleich den Tod hunderter gesunder Babies jedes Jahr in Großbritannien zur Folge haben.

Dr. Hylton Meire, pensionierter Mediziner und Verfasser von Texten zum Thema Ultraschall, rechnet aus, daß auf 50 Kinder, bei denen das Downsyndrom erfolgreich festgestellt wurde und die deswegen durch Abtreibung getötet wurden, 160 nicht-betroffene Babies kommen, die nach dem Test aufgrund von Fehlgeburten sterben. Seine Arbeit, publiziert im Journal of the British Medical Ultrasound Society, betont vor allem, daß der nicht-invasive Test, die sogenannte Fötus-Nackendicke-Messung, keineswegs so zweckmäßig ist, wie weithin angenommen wird, und dies wegen der hohen Fehlerquoten bezüglich angeblich positiver Bescheide.

In den Praxen der Geburtshelfer gehört es heutzutage zum Standard, schwangeren Frauen den nicht-invasiven Test anzubieten, bei dem die Flüssigkeit am hinteren Nacken des Kindes gemessen wird. Zusammen mit dem Alter der Mutter ergibt sich eine Zahl, anhand derer die Wahrscheinlichkeit des Downsyndroms beim Kind angegeben wird. Ist die Zahl hoch genug, wird der Mutter eine Amniozentese angeboten, ein Test, bei dem durch die Bauchdecke eine Hohlnadel eingeführt wird, um eine Fruchtwasserprobe zu entnehmen und zu analysieren.

Bei ungefähr einem von 1000 empfangenen Kindern mit Downsyndrom sowie dem Risiko einer Fehlgeburt pro 200 Fruchtwasseruntersuchungen, schreibt Dr. Meire im Journal Ultrasound, könnte es sein, daß jedes Jahr – sofern jede schwangere Frau eine Amniozentese vornehmen läßt – 3.200 gesunde Babies an Fehlgeburten sterben.

In Großbritannien werden jährlich 30.000 Fruchtwasseruntersuchungen durchgeführt. In Nordamerika haben Anfang des Jahres sowohl das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG, eine amerikanische Vereinigung von Geburtshelfern und Gynäkologen) wie die Society of Obstetricians and Gynecologists of Canada (SOGC, das kanadische Pendant) vorgeschlagen, daß bei allen schwangeren Frauen, nicht nur bei den über 35jährigen, Ultraschalluntersuchungen einschließlich Fruchtwasseruntersuchungen vorgenommen werden sollten.


[1] Beim sog. Nackendicke-Screening wird per Ultraschall die Nackendicke des Ungeborenen vermessen. Bei Chromosomenstörungen kann es in manchen Fällen zu Flüssigkeitseinlagerungen innerhalb der Nackenregion kommen (Anm. d. Ü.).
 
 
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