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Schwulenehe: Die miesen Tricks |
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(hli.at/kath.net) Der Umfaller der Volkspartei geht einzig auf das Konto von Josef Pröll
und seiner unmittelbaren Umgebung - Ein Kommentar von Dr. Andreas
Unterberger
Wien (kath.net/andreas-unterberger.at) Was sich rund um die künftig mögliche Ehe homosexueller Paare abspielt,
lässt den Beobachter nur noch ergriffen staunen: Da werden im
Vordergrund Scheingefechte um irrelevante Lappalien abgeführt, während
die wahren Sauereien im Hintergrund bleiben. Und in der ÖVP begreifen
viele nicht, welch verlogenes Spiel da stattfindet.
Der Umfaller der Volkspartei geht einzig auf das Konto von Josef Pröll
und seiner unmittelbaren Umgebung. Denn auch in den Arbeitskreisen der
Perspektivengruppe – auf die sich Pröll nun gerne beruft – war
keineswegs die Schwulenehe, mit welchem Tatort immer, vorgeschlagen
worden. Vielmehr ist diese Festlegung erst in der nirgendwo
ausdiskutierten Zusammenfassung durch Prölls eigenes Team
hineingekommen. So viel einmal zur innerparteilichen Demokratie.
Dass Pröll glaubt, damit ein wählerattraktives Signal zu setzen, hängt
zweifellos mit der Unsicherheit eines Mannes mit bäuerlichem
Hintergrund angesichts des Großstadtmilieus zusammen. Damit
konterkariert er seine an sich eindrucksvolle Performance als
Finanzminister, wo er sich ohne sonderliche Vorbildung mit guten
Beratern im Expresstempo zum Experten hinaufgearbeitet hat.
Zurück zur Schwulenehe: Der Streit um den Schauplatz (Standesamt versus
Bezirkshauptmannschaft) ist eine lächerliche Spiegelfechterei. Wie man
etwa an der Ankündigung der Stadt Wien ablesen kann, dass sie die Feier
möglichst feierlich gestalten wird. Diese Feiern werden in Wien in den
Festsälen der Amtshäuser stattfinden, hat soeben die zuständige
Stadträtin Sandra Frauenberger verkündet.
Das wird nun groß als Kompromiss verkündet, den die wertkonservativ und
katholisch orientierten ÖVP-Abgeordneten dem schwulenehe-freudigen
Parteiobmann abgeluchst haben. Sind diese Abgeordneten wirklich so
dumm, dass sie sich so hineinlegen lassen? Oder sind sie nur feige und
charakterlos?
Der zweite miese Trick: Sollten noch irgendwo ein paar rechtliche
Kleinst-Aspekte entdeckt werden, bei denen die „Eingetragene
Partnerschaft“ noch immer nicht der Ehe gleichgestellt ist, dann hat
die ÖVP mit ihrer Zustimmung zur „Partnerschaft“ den bisher erfolglosen
Klagen beim Verfassungsgerichtshof auf totale Gleichstellung Tür und
Tor geöffnet. Das Parlament beschließt also in Kürze de facto eine
volle Ehe für schwule Paare. Und streitet nur zur Ablenkung über eine
absolute Lappalie.
Sollten aber wider Erwarten doch noch dauerhaft kleine Unterschiede zur
traditionellen Ehe bleiben, die „Eingetragene Partnerschaft“ also so
etwas wie eine „Ehe Light“ werden, dann wird die Gleichheitsjudikatur
der Verfassungsrichter diese „Ehe light“ mit Sicherheit auch für Paare
unterschiedlichen Geschlechts öffnen. Auch das, so hat die ÖVP laut
beschworen, hätte nie und nimmer kommen sollen.
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